Unsere Vision
Unser Grundsatz
Die Produktionen des vulpecula collectives sollen feministisch durchdrungen sein, wobei hier der intersektionale Ansatz zentral für uns ist, um gegen verschiedene Diskriminierungsformen gleichermaßen vorzugehen.
Unsere Herangehensweise
Gemäß dem intersektionalen Feminismus wollen wir uns mit unserer Arbeit gegen unterschiedliche Diskriminierungsformen aussprechen; so etwa gegen Sexismus, Homo- und Transphobie, Rassismus, Antisemitismus, Klassismus, Ableismus, Lookismus, Ageismus und Speziesismus.
Das vulpecula collective ist also breit aufgestellt und soll genauso für Geschlechtergerechtigkeit und female empowerment, wie für vegane Produktionen, Nachhaltigkeit und green producing stehen.
Bei unseren Projekten soll Diversität auf allen Ebenen gelebt werden, was etwa Geschlecht, sexuelle Orientierung, Herkunft, Religion, soziale Klasse, körperliche/geistige/psychische Beeinträchtigungen, körperliche Erscheinungsformen oder Alter betrifft. Das gilt für die Crew unserer Produktionen genauso wie für die Cast. Insbesondere bei Letzterem werden wir im Sinne der Intersektionalität daran arbeiten, Stereotypen durch die Rollenzuteilung aktiv entgegenzuwirken.
Einen weiteren unserer Schwerpunkte werden wir auf inklusive Arbeit legen, nicht nur was den Cast und Crew unserer Projekte betrifft, sondern auch in Bezug auf unser Publikum: So wollen wir unsere Produktionen auch als Versionen für Menschen mit Sehbehinderung sowie Menschen mit Hörbehinderung zur Verfügung stellen und unsere Inhalte auf dieser Website in einfacher Sprache für alle Interessierten leicht zugänglich und verständlich machen.
Hinsichtlich diverser Diskriminierungsformen wollen wir uns außerdem für eine sensible Sprache einsetzen und diese aktiv praktizieren.
Überhaupt wird die Sprachenthematik auch in zukünftigen Produktionen des vulpecula collectives eine große Rolle spielen, da wir bei unserer Arbeit einen multikulturellen Ansatz verfolgen und uns demgemäß um die Einbindung und Erhaltung diverser Sprachen und Dialekte bemühen wollen.
Unsere Herangehensweise mag vielleicht unkonventionell erscheinen, doch wir lassen uns nicht durch branchenübliche Vorgaben und Traditionen, Dos oder Don’ts einschränken. Auch das ist es, was das vulpecula collective im Kern ausmacht.
Unsere Ausrichtung
So vielfältig wie unsere Herangehensweise ist auch unsere künstlerische Ausrichtung.
Bei unserem ersten experimentellen Kurzfilmprojekt Die Frage nach dem Fenster legten wir unseren Fokus unter anderem auf Ängste in Zusammenhang mit Sprache und die Überwindung derselben, wobei wir dies exemplarisch an der burgenlandkroatischen Volksgruppe demonstrierten.
Unserem Kollektiv entsprechend, werden unsere zukünftigen Projekte bunt gefächert sein. Dabei wollen wir uns weder auf eine Kunstform, noch auf ein bestimmtes Genre oder auf endgültige Themenbereiche festlegen. Unsere künstlerische Ausrichtung soll so umfassend sein wie das Universum, das wir uns für unser Kollektiv zum Vorbild nahmen. Wichtig ist uns aber in jedem Fall die regelmäßige Beschäftigung mit konfliktbeladenen und wichtigen gesellschaftlichen Themen. Dabei muss und soll der Faktor der Unterhaltung nicht zu kurz kommen, jedoch immer den gewählten Themen angemessen und unterstützend eingesetzt werden.
Bei dazu geeigneten gesellschaftspolitischen Themen soll ein je nach Erfolg der Produktionen variierender Teilerlös passend dazu ausgewählten Organisationen zugutekommen.
Unsere Arbeitsethik
Bei unseren Produktionen setzen wir auf eine professionelle, aber auch familiäre Arbeitsatmosphäre, bei der die Freude und der Spaß am künstlerischen Ausdruck nicht zu kurz kommen sollen. Dabei werden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten diverse Kunstschaffende fördern. Im Zuge dessen wollen wir individuell auf alle Beteiligten, ihre Talente und Bedürfnisse eingehen. Denn verschiedene Menschen bringen auch verschiedene Perspektiven mit sich, denen wir Raum geben wollen und die uns gleichzeitig bereichern und erweitern. So sollen Produktionen des vulpecula collectives von partizipativer Arbeit und flachen Hierarchien geprägt sein. Alle Beteiligten können und sollen sich unabhängig von ihrer jeweiligen Position in der Produktion dazu ermutigt fühlen, mit zu diskutieren sowie Vorschläge zu machen und dadurch die erzählten Geschichten aktiv zu beeinflussen.
Neben unserer Arbeit im Kollektiv wird gerade bei konfliktbeladenen gesellschaftspolitischen Themen, aber ganz grundsätzlich bei jeder Produktion eine fundierte Recherche für uns unabdingbar sein. Dazu soll je nach gewählter Thematik etwa eine psychologische oder historische, gemeinhin wissenschaftliche Beratung durch Expert*innen zählen. Genauso werden auch Gespräche mit von der jeweiligen Thematik direkt Betroffenen und deren aktive Mitgestaltung der erzählten Geschichten zu einer guten Projektvorbereitung gehören.
Vor dem Hintergrund zahlreicher Missbrauchsfälle in der Kunst- und Kulturbranche wollen auch wir unseren Beitrag zu einem sicheren Arbeitsumfeld leisten. So werden Intimitätskoordinator*innen bei intimen Szenen genauso Teil unserer Arbeit sein wie Informationen zur österreichischen Anlaufstelle für Übergriffe und Machtmissbrauch #we_do!
Willkommen in unserem Kollektiv sind alle, die unsere ethischen Grundsätze zur Antidiskriminierung teilen. Dabei wollen wir aktiv Kollaborationen mit hierzu passenden Organisationen und Vereinen anstreben sowie in Bezug auf Bewerbungen Angehörigen marginalisierter Gruppen bei gleicher Eignung den Vorzug geben.
Immer, aber besonders in einem Arbeitsumfeld mit von Diskriminierung Betroffenen, werden Toleranz, Offenheit und awareness für uns bestimmend sein, sodass alle genügend Zeit und Raum bekommen, einfach zu sein.
Unsere Ziele
"Im Anderen das Gemeinsame erkennen, ermöglicht durch das Verbindungselement der Kunst."
Das vulpecula collective sieht Kunst im weitesten Sinn als Macht zur Veränderung - bei uns selbst, die wir Kunst schaffen genauso wie beim Publikum. Ob uns die künstlerischen Werke amüsieren, betroffen machen, aufregen oder zum Nachdenken anregen - der verändernde Aspekt ist dabei entscheidend.
Den aristotelischen Gedanken der Katharsis weiterverfolgend, wollen wir dem Publikum nicht nur die Möglichkeit geben, eigene Gefühle stellvertretend durch eine Figur auszuleben, sondern im besten Fall auch bisherige Glaubenssätze und Meinungen durch unsere Produktionen infrage zu stellen und dadurch zum kritischen Denken und Reflektieren animiert zu werden.
Die Rezipient*innen sollen sich in unseren Werken wiedererkennen und sich verstanden fühlen, aber auch andere noch mehr verstehen lernen:
"Alle Menschen müssen die Möglichkeit haben, Geschichten zu erschaffen, zu teilen & in sich aufzunehmen, Geschichten, die ihre Kultur & Community abbilden, damit wir alle im gleichen Maß Bestätigung erfahren.“ [Bernardine Evaristo, Manifesto. Warum ich niemals aufgebe (Stuttgart: Tropen, 2022) 245.]
Um das zu ermöglichen, wollen wir dabei helfen, Diversität auf allen Ebenen des Kunstschaffens zur Normalität zu machen und somit alle Rezipient*innen durch unsere Werke inspirieren zu können und ihnen künstlerischen Genuss zu bereiten.
Unsere Aussichten
Mit unserem Kollektiv greifen wir wahrlich nach den Sternen. Denn während wir einige zentrale Punkte bei unserem ersten Kurzfilmprojekt bereits eingebunden haben, konnten wir viele unserer Anliegen unter anderem aus budgetären Gründen noch nicht umsetzen.
Klar ist aber, dass wir gegen alle Diskriminierungsformen mit der gleichen Aufmerksamkeit und Entschlossenheit auftreten wollen. Daran werden wir bei unseren zukünftigen Projekten intensiv arbeiten.
Uns ist bewusst, dass wir drei, die wir am Anfang des vulpecula collectives stehen, als weiße Cis-Frauen aus der Mittelschicht eine besondere Verantwortung gegenüber unserem intersektionalen Ansatz haben. Hierbei wird unsere partizipative Arbeitsweise unter Einbindung Angehöriger marginalisierter Gruppen in allen Positionen der Produktion von entscheidender Bedeutung sein. Denn wir wollen unsere Privilegien nutzen; nicht als Gönnerinnen, sondern als Verbündete.
Doch auch wir sind nicht vollkommen und machen Fehler; sind weder frei von Fehl-, noch von Vorurteilen. Aber wir sind bereit zuzuhören und zu lernen, uns stetig weiterzubilden und gemeinsam zu wachsen. Insofern sind wir auch immer dankbar für Hinweise und konstruktive Kritik von außen - gerade vonseiten marginalisierter Gruppen.
Vor diesem Hintergrund wächst in uns die Hoffnung, dass mit unserem Kollektiv ein neuer Stern am Kunsthimmel aufgegangen ist - auf dass er hell leuchten möge!